
Ingolf Zellin † – Der Vater der Zooschule Suhl

Manche Menschen hinterlassen Spuren.
Andere hinterlassen ein ganzes Lebenswerk.
Ingolf Zellin war einer dieser Menschen.
Über Jahrzehnte hinweg prägte er das Leben unzähliger Kinder, Jugendlicher und Erwachsener in Suhl – mit einer Idee, die einfach und zugleich kraftvoll war: Lernen mit Tieren und Lernen fürs Leben.
Ein Lehrer mit einer besonderen Vision
Ingolf Zellin war Pädagoge aus Überzeugung. Sein Leben widmete er der Arbeit mit jungen Menschen. Doch seine Vorstellung von Bildung ging weit über Schulbücher hinaus. Er wollte Kindern die Möglichkeit geben, Natur, Tiere und Verantwortung unmittelbar zu erleben.
1976 gründete er deshalb an einer Suhler Schule eine Arbeitsgemeinschaft für „Ziervögel und Exoten“. Was damals mit wenigen Vögeln in einfachen Käfigen begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem ganz besonderen Ort: der Zooschule Suhl.
Hier konnten Kinder Tiere pflegen, beobachten und verstehen – und dabei etwas lernen, das kein Unterrichtsraum vermitteln kann: Respekt vor dem Leben.
Ein Lebenswerk für Generationen
Die Zooschule wurde zu einem festen Bestandteil der Bildungs- und Sozialarbeit in Suhl. Generationen von Kindern verbrachten hier ihre Freizeit, halfen bei der Tierpflege und lernten Verantwortung zu übernehmen.
Viele der heutigen Besucher kommen mit ihren eigenen Kindern zurück – und erzählen, dass sie selbst schon als Kinder bei „Ingolf“ waren.
Für viele war er nicht nur Lehrer oder Projektleiter.
Er war Mentor, Zuhörer und Motivator.
Tiere als Brücke zu Menschen
Doch Ingolf Zellins Arbeit beschränkte sich nicht auf Kinder und Schulen. Mit den Tieren der Zooschule besuchte er auch Seniorenheime, soziale Einrichtungen und Menschen mit Behinderung.
Dort erlebten viele Menschen Momente der Nähe, der Freude und manchmal auch Trost – ausgelöst durch ein Tier, das gestreichelt werden durfte oder einfach nur da war.
So wurde die Zooschule nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort der sozialen Begegnung und Menschlichkeit.
Leidenschaft über Jahrzehnte
Fast 50 Jahre lang war Ingolf Zellin täglich bei seinen Tieren und bei „seiner“ Zooschule. Seine Begeisterung steckte an – und sie inspirierte unzählige Kinder und Jugendliche, sich für Tiere, Natur und Verantwortung zu engagieren.
Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde er schließlich auch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – eine Ehrung für einen Menschen, der sein Leben dem Gemeinwohl gewidmet hat.
Ein Abschied – und ein Auftrag
Im Jahr 2026 nahm Suhl Abschied von Ingolf Zellin. Viele Menschen begleiteten ihn auf seinem letzten Weg – Menschen, deren Leben er auf ganz unterschiedliche Weise berührt hatte.
Doch sein Werk lebt weiter.
Die Zooschule Suhl wird in seinem Sinne fortgeführt – als Ort, an dem Kinder Tiere kennenlernen, Verantwortung übernehmen und erfahren, wie wertvoll Natur und Mitgefühl sind.
Oder, wie viele sagen würden:
Die Zooschule war Ingolfs Lebenswerk –
und Ingolf bleibt für immer ein Teil der Zooschule.
